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descriptionGrafik: Bronchien
Die chronische Lungenerkrankung führt zu Hustenanfällen, verschleimten Bronchien und Atemnot. Raucher haben ein besonders hohes Risiko.
descriptionStethoskop
Einige Symptome von COPD ähneln denen von Asthma. Eine genaue Untersuchung beim Lungenfacharzt macht die Unterschiede deutlich und sichert die Diagnose.
descriptionInhalator
Medikamente, die die Bronchien entspannen und Entzündungen unterdrücken, gehören ebenso zum Behandlungsspektrum wie Sauerstoff oder Atemtherapie.
descriptionFrau auf dem Laufband
Nach Absprache mit dem Arzt sollten sich auch COPD-Patienten regelmäßig bewegen. Das erhält ihre körperliche Fitness und damit die Lebensqualität.
descriptionZigarette im Aschenbecher
Fast alle COPD-Patienten sind oder waren starke Raucher. Die Tabakabstinenz ist daher der wichtigste Schritt, um sich vor der Krankheit zu schützen.
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COPD – das typische Raucherleiden

In Deutschland gibt es acht Millionen Patienten mit COPD (engl. chronic obstructive pulmonary disease, dt. chronisch obstruktive Lungenerkrankung). Die COPD ist eine chronische Lungenkrankheit, bei der es durch eine chronisch obstruktive Bronchitis und/oder durch ein Lungenemphysem zur Einengung (Obstruktion) der Atemwege kommt.

Im Überblick



Die COPD ist schon heute die vierthäufigste Todesursache in den USA. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass sie im Jahr 2020 weltweit zur dritthäufigsten Todesursache werden wird. Vor allem ältere Menschen zwischen 50 und 70 Jahren sind von der Erkrankung betroffen. Zukünftig wird COPD wohl auch zunehmend Frauen und jüngere Menschen betreffen, da es in diesen Personenkreisen immer mehr Raucher gibt. Rauchen gilt als der wichtigste Risikofaktor für die COPD, aber auch für Lungenkrebs.
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Tatort Lunge: Angriff auf empfindliche Bläschen

In der Lunge findet der Gasaustausch statt, also die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlendioxid. Der eingeatmete Luftsauerstoff wird von roten Blutkörperchen aufgenommen und zu den Körperzellen transportiert, wo er für die energieliefernden Prozesse, die in jeder Körperzelle ablaufen, benötigt wird. Bei diesen Prozessen werden als Endprodukte Kohlendioxid und Wasser gebildet, die durch Ausatmung wiederum über die Lunge abgegeben werden.

Die eingeatmete Luft gelangt zunächst in die Luftröhre (Trachea), die etwa zwölf Zentimeter lang vom Kehlkopf hinunter in den Brustkorb zieht. In dem Mediastinum genannten Raum, der zwischen den beiden Lungenflügeln liegt, teilt sich die Luftröhre in die beiden Hauptbronchien. An der Lungenwurzel treten sie jeweils in einen der beiden Lungenflügel und teilen sich weiter in immer kleinere Bronchialäste, die Bronchiolen.

Am Ende dieser Äste schließlich sitzen die Lungenbläschen, die Alveolen, durch deren Wände Sauerstoff ins Blut aufgenommen und Kohlendioxid umgekehrt abgegeben wird. Für beide Lungen zusammen rechnet man zwischen 300 und 750 Millionen Lungenbläschen, die eine Fläche von zirka 200 Quadratmetern für den Gasaustausch darstellen.
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Was heißt eigentlich COPD?

COPD steht für „chronic obstructive pulmonary disease“ – auf deutsch: „chronisch obstruktive Lungenerkrankung“. Unter diesem Begriff werden zwei Krankheiten zusammengefasst: Beim Lungenemphysem ist die Lunge krankhaft überbläht, meist als Folge einer chronisch obstruktiven Bronchitis. Die chronisch obstruktive Bronchitis ist eine Dauerentzündung des Bronchialsystems.
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Charakteristisch für COPD: die Obstruktion

Charakterisiert ist die COPD durch eine Einengung der Atemwege, die sogenannte Obstruktion. Diese Verengung der Bronchien wird durch eine Verkrampfung der Bronchialmuskulatur (Bronchospasmus), durch ein Anschwellen der Bronchialschleimhaut und durch eine krankhaft erhöhte Schleimproduktion hervorgerufen. Die COPD ist eine chronische, nicht heilbare Krankheit – ihr Verlauf kann nur bedingt aufgehalten werden.
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Hauptrisikofaktor: Tabakrauch

Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für COPD. Durch das Inhalieren von schädlichen Rauch- und Rußpartikeln kommt es zu einer verstärkten Schleimproduktion. Die Flimmerhärchen auf der Schleimhautoberfläche werden geschädigt und können den überschüssigen Schleim nicht mehr abtransportieren. Der Selbstreinigungsmechanismus der Bronchien ist weitgehend gestört und die schädigenden Substanzen können nur noch teilweise durch Husten aus den Bronchien entfernt werden. Infolgedessen können sich auf der inneren Lungenoberfläche Bakterien ansiedeln, die zu einer chronischen Entzündung führen können. Bei diesem Prozess werden eiweißverdauende Enzyme freigesetzt, die die oberste Zellschicht der Bronchien schädigen. Auch wird die feine Struktur der Lungenbläschen zerstört – es bildet sich ein sogenanntes Lungenemphysem.
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Kettenraucher sind am schlimmsten dran

80 bis 85 Prozent aller Betroffenen mit COPD sind Raucher. Umgekehrt entwickeln zirka 15 Prozent aller Raucher eine COPD, bei starken Rauchern sogar bis zu 26 Prozent Für das COPD-Risiko spielt es also eine Rolle, wie viele Zigaretten täglich konsumiert werden. Werden ungeborene Kinder oder Kleinkinder verstärkt Zigarettenrauch ausgesetzt, so kann dies dazu beitragen, dass sie später an COPD erkranken.

Zudem kann die Einwirkung bestimmter Stäube, Dämpfe und Gase die Entstehung der Lungenerkrankung unterstützen. Dieses Risiko ist wohl bei Männern wegen der entsprechenden Arbeitsplatzbelastung höher. Luftverschmutzung kann dazu beitragen, dass die Betroffenen verstärkt unter ihrer Erkrankung leiden, das heißt ihre Symptome häufiger oder stärker auftreten.

Als weiterer Risikofaktor für COPD beziehungsweise für ein Lungenemphysem gilt der Alpha1-Antitrypsinmangel. Bei diesem seltenen Defekt kommt es aufgrund eines Enzymmangels zur Zerstörung von Lungengewebe. Die Lungenbläschen lösen sich auf, es entstehen größere Lufträume, was im weiteren Verlauf zu einer Überblähung der Lunge führt.
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Grafik: Bronchien
© Shutterstock
COPD: Der Begriff chronisch obstruktive Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary disease) steht übergeordnet für zwei Krankheiten – oder deren Kombination: das Lungenemphysem und die chronisch obstruktive Bronchitis.
Grafik: Aufbau der Lunge
© vitanet GmbH
Die Lunge: schematische Grafik von Aufbau und Lage im Körper
Grafik: Lungenbläschen
© vitanet GmbH
Lungenbläschen: Durch die Wände der Lungenbläschen (Alveolen) wird Sauerstoff (O2) aufgenommen und Kohlendioxid abgegeben.
Rauchen
© iStockphoto
Rauchen ist der Hauptrisikofaktor für COPD. 80 bis 85 Prozent aller Betroffenen sind Raucher.