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descriptionGrafik: Bronchien
Die chronische Lungenerkrankung führt zu Hustenanfällen, verschleimten Bronchien und Atemnot. Raucher haben ein besonders hohes Risiko.
descriptionStethoskop
Einige Symptome von COPD ähneln denen von Asthma. Eine genaue Untersuchung beim Lungenfacharzt macht die Unterschiede deutlich und sichert die Diagnose.
descriptionInhalator
Medikamente, die die Bronchien entspannen und Entzündungen unterdrücken, gehören ebenso zum Behandlungsspektrum wie Sauerstoff oder Atemtherapie.
descriptionFrau auf dem Laufband
Nach Absprache mit dem Arzt sollten sich auch COPD-Patienten regelmäßig bewegen. Das erhält ihre körperliche Fitness und damit die Lebensqualität.
descriptionZigarette im Aschenbecher
Fast alle COPD-Patienten sind oder waren starke Raucher. Die Tabakabstinenz ist daher der wichtigste Schritt, um sich vor der Krankheit zu schützen.
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Typisch für COPD: chronische Atemnot

Wenn COPD-Betroffene erstmals Atemnot verspüren, glauben viele zunächst, an Asthma erkrankt zu sein. Es gibt aber einen großen Unterschied: Asthmatiker können zwischen ihren Anfällen meist frei atmen, bei COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) ist die Verengung der Bronchien und damit die Luftknappheit chronisch und ständig vorhanden. Die Krankengeschichte des Patienten und eine Reihe von Lungenfunktionstests machen die Unterschiede schnell deutlich.

Im Überblick



Die häufigsten COPD-Symptome sind:
  • chronischer Husten
  • gesteigerte Schleimproduktion (Auswurf)
  • Atemnot
Dabei ist das charakteristische Hauptkennzeichen die chronische Behinderung der Atmung (Obstruktion), die langsam über Jahre hinweg fortschreitet und dabei eine zunehmende Atemnot verursacht.

Je nach Ausprägung der Symptome wird COPD in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt:
  • Bei der leichtgradigen COPD, Schweregrad I haben die Betroffenen zwar noch eine normale Lungenfunktion, aber dauerhaft Husten und/oder Auswurf durch die chronische Bronchitis.
  • Liegt ein Schweregrad II vor, so sind als Zeichen der chronischen Bronchitis Husten mit Auswurf für mindestens drei Monate in zwei aufeinander folgenden Jahren typisch.
  • Beim Schweregrad III tritt der Husten mit verstärktem Auswurf auf, zudem kommt es zu Atemnot schon bei mäßiger Anstrengung. Außerdem hat der Betroffene wiederholt Atemwegsinfektionen oder eine Bronchitis.
  • Bei der schweren COPD, Schweregrad IV, kommt es zu einer schweren Atemnot auch in Ruhe, der Husten tritt mit massivem Auswurf auf, zudem wird ein Keuchen bemerkbar. Wiederholt treten Infektionen auf, als Zeichen der Belastung des rechten Herzens sind Wassereinlagerungen – zum Beispiel an den Knöcheln zu betrachten. Die Haut erscheint blau. Die Form der Brust verändert sich hin zu einer fassförmigen Wölbung.

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Exazerbation: plötzliche COPD-Verschlechterung

Bei Patienten mit COPD kann sich der Zustand der Atmung akut verschlechtern, was Mediziner als Exazerbation bezeichnen. Man spricht nur dann von einer Exazerbation, wenn für die Verschlechterung kein anderer objektivierbarer Grund wie etwa eine Lungenentzündung oder eine akute Herzschwäche vorliegt. Offenbar nimmt mit zunehmendem Schweregrad der COPD auch die Häufigkeit der Exazerbationen zu. Durch eine Exazerbation kommt es häufig zu einem unwiederbringlichen Verlust an Lungenfunktion. In den Wintermonaten kommt es häufiger zu Exazerbationen. Als sogenannte Leitsymptome treten Atemnot, vermehrter Husten und verstärkt eitriger Schleim auf. Zudem haben die Patienten häufig Allgemeinsymptome wie Fieber und Abgeschlagenheit. Die Lungenfunktion und auch die Blutgase verschlechtern sich.
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Diagnostik: Die Krankengeschichte spricht Bände

Wie für viele andere Krankheiten existiert auch für COPD ein Schema, nach dem die Diagnose sinnvollerweise gestellt werden sollte. Ausgangspunkt der Diagnostik sind dabei die Symptome chronischer Husten mit oder ohne Auswurf und/oder Atemnot. Zudem erhebt der Arzt zunächst die Krankengeschichte des Patienten und untersucht ihn körperlich. Danach erfolgt eine ausführliche Lungenfunktionsdiagnostik und anschließend wird je nach Schweregrad spezifisch weiterdiagnostiziert.

Bei der Krankengeschichte steht im Vordergrund, ob der Patient raucht oder früher geraucht hat und wie viel, ob er häufig Atemwegsinfektionen in der Kindheit hatte, berufsbedingt besonderen Stäuben, Gasen oder zum Beispiel Rohbaumwolle ausgesetzt ist. Zudem interessiert den Arzt, wie die Symptome bislang verlaufen sind und wie intensiv sie waren. Auch spielt die Häufigkeit und Schwere von Ausbrüchen eine Rolle und ob bereits eine stationäre Behandlung im Krankenhaus nötig war. Wichtig ist die Frage, inwieweit die Erkrankung den Alltag des Betroffenen beeinträchtigt und wie groß seine körperliche Belastbarkeit ist. Auch die Frage, ob es möglich ist, Risikofaktoren wie das Rauchen einzustellen, ist notwendig. Zudem möchte der Arzt sicherlich wissen, inwieweit die Atmung im Schlaf gestört ist und welche Medikamente der Patient aktuell einnimmt.
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Lungenfunktion im Test

Wie stark die COPD tatsächlich die Atmung behindert, können verschiedene spezielle Lungenfunktionstests nachweisen.

Lungenfunktionsprüfung
Mit der Prüfung der Lungenfunktion, auch Spirometrie genannt, werden die Atemwerte gemessen. Einer dieser Werte ist das forcierte Einsekundenvolumen – FEV1 genannt. Hierbei wird gemessen, wie viele Liter Luft der Patient maximal in einer Sekunde kraftvoll ausatmen kann. Auch wird die Vitalkapazität gemessen, VK genannt. Dieser Wert zeigt an, wie viel Luft jemand tief einatmen kann, nachdem er zuvor ganz tief ausgeatmet hat. Die Relation der beiden Werte FEV1 und VK ergeben die relative Einsekundenkapazität. Ist dieser Wert normal, ist die Diagnose COPD annähernd ausgeschlossen. Trotzdem können Sie zu einer Risikogruppe gehören.

Peak-Flow-Messung
Diese Messung gehört für Asthmapatienten zur Standardausrüstung. Sie prüfen damit regelmäßig ihre Lungenkapazität. Die Peak-Flow-Messung kann aber auch COPD-Patienten jeweils aktuell zeigen, wie stark die Atemwege eingeengt sind. Peak-Flow heißt Spitzenfluss, der Peak-Flow-Meter bestimmt die maximale Strömungsgeschwindigkeit der Atemluft während des Ausatmens. Dabei gilt der persönliche Bestwert als Referenz. Liegt der gemessene Peak-Flow-Wert unter 50 Prozent des Bestwerts, ist Gefahr in Verzug und der Betroffene sollte einen Arzt aufsuchen. Bei 50 bis 80 Prozent des Wertes sollte er zusätzlich Medikamente einnehmen, wie vorab mit einem Arzt besprochen. Die COPD ist normalerweise unter Kontrolle, wenn der Wert zwischen 80 und 100 Prozent liegt.

Ganzkörperplethysmografie
Möchte man bei der COPD unterscheiden, welcher Anteil chronisch obstruktive Bronchitis und welcher Anteil Lungenemphysem ist, so kann man die sogenannte Ganzkörperplethysmografie durchführen. Hierbei sitzt der Untersuchte in einer abgeschlossenen Kammer – meist ist das eine Glaskabine – und atmet über ein Mundstück in ein Rohr. Mithilfe eines Eichverfahrens wird dabei aus der atmungsbedingten Kammerdruckschwankung der Druck in den Lungenbläschen und der Atemwegswiderstand (Resistance) des Atemstroms gemessen. Auf Grundlage dieser Messdaten lassen sich bestimmte Lungenfunktionsparameter rechnerisch erfassen.
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Spezielle Untersuchungen bei COPD

Bronchodilatationstest
Dieser Test ist vor allem dazu geeignet, COPD von Asthma abzugrenzen. Dabei wird die Reaktion der verengten Atemwege auf bestimmte Medikamente (Bronchodilatatoren) getestet. Alternativ kann für einen solchen Test Kortison gegeben werden, ebenfalls um zu testen, ob dieses zu einer Verbesserung der Atemwerte führt. In beiden Fällen testet man nach Einnahme der Medikamente das forcierte Einsekundenvolumen FEV1. Sowohl durch Bronchodilatatoren als auch nach Kortison bessert sich der Ausgangswert bei Patienten mit COPD um weniger als 15 Prozent, bei Asthmapatienten ist der Effekt in der Regel viel deutlicher.

Blutgasanalyse
Als weitere ergänzende Untersuchung bei COPD werden die Blutgase bestimmt. Die Blutgasanalyse ist insbesondere im fortgeschrittenen COPD-Stadium wichtig, da zu diesem Zeitpunkt die Veränderungen der Lunge bereits zu Sauerstoffmangel geführt haben können. Für die Feststellung des Sauerstoff- und Kohlendioxiddrucks sowie der Säure-Basen-Werte wird dem Betroffenen Blut aus dem Ohrläppchen abgenommen.

Röntgen
Wird bei jemandem zum ersten Mal der Verdacht auf eine COPD gestellt, so ist es sinnvoll, die Brustorgane zu röntgen, um andere Erkrankungen – zum Beispiel Lungenkrebs oder eine Lungenstauung – ausschließen zu können.
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Stethoskop
© Shutterstock
Diagnostik: Mit dem Stethoskop hört der Arzt die Lunge ab. Dabei ergeben sich erste Hinweise auf die Funktionstüchtigkeit des Organs.
Atemtester
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Spirometrie: Der Patient bläst so stark wie möglich in das Mundstück. Anhand von Pegel und Skala kann dann das Lungenvolumen und damit die Atemkapazität abgelesen werden.
Röntgenbild der Lunge
© iStockphoto
Röntgen: Die Aufnahmen geben Aufschluss darüber, ob die Beschwerden womöglich durch eine andere Erkrankung kommen – etwa Lungenkrebs.